Viele Themen habe ich in den vergangenen Wochen zumindest mental schon aufs Papier gebracht und „beschrieben“ 🙂
Heute – während meiner Asana Praxis – kam dann ein Gedanke, der ganz schnell und doch irgendwie so wertvoll schien, dass ich ihn auch nur ganz schnell mit ganz viel Spielraum für eigene Gedanken aufschreiben will.

„Der Weg ist das Ziel“.
Sehr häufig empfinde ich es so, dass Menschen, die Asana praktizieren, NUR und ausschließlich und schon fast besessen auf die Form und Optik der einzelnen Asanas bedacht sind. Ich kann es verstehen. Als ich das erste Mal auf eine Yogamatte kam, da hatte ich auch diesen Ansatz „wie muss denn das aussehen, damit es richtig ist?“.
Heute – mit über 40 und fast 21 Jahren Asana Praxis im Körper – empfinde ich es grundlegend anders. Und wenn ich Menschen sehe, die ganz offensichtlich so völlig eingenommen von Form und „Richtigkeit“ der Asanas sind (egal, wie lange sie schon Asana praktizieren) und sich schinden und das Gesicht verziehen, weil alles zwickt und zwackt auf dem Weg zum vermeidlich perfekten Asana – da denke ich: „Oh Mann…. Warum tust Du das? Das ist doch so gar nicht der Sinn des Ganzen.“

Eigentlich möchte ich einfach nur sagen: „Vergiss doch das doofe Asana (wobei das natürlich unfair gegenüber den Asanas wäre und auch nicht korrekt oder wirklich sinnvoll 😉 ) und finde DEN WEG dorthin als DAS Element der Praxis in Bewegung.“
Es scheint mir so spannend, interessant, vielfältig, vielschichtig und IMMER anders, was in der Bewegung, auf dem Weg in ein Asana und auf dem Weg weg vom Asana passiert. Wie man atmet. Wie man sich bewegt. Was man im Körper wirklich nutzt, nutzen sollte und vielleicht nutzen muss. Was geht und was eben nicht geht. Was weh tut und was angenehm ist. Wie sich der Körper vor und nach der Bewegung anfühlt. Und wie auch das scheinbar statische Asana doch gar nicht statisch ist. Denn die Energie fließt. Die Atmung fließt. Die Muskeln arbeiten. Welche Muskeln arbeiten? Und irgendwie ist stets minimale Bewegung irgendwo.

Also ist nicht der Ort, das Ziel, das Ergebnis (?) das Spannende…
Ich finde DEN WEG, das Passieren, die Dynamik DAS Element, in dem die Tiefe liegt… das Ziel liegt… weil da das Erleben liegt.

Mein Ziel ist mein Weg. Aber für andere kann das in jedem Fall anders sein. Die verschiedenen Blickwinkel und Erfahrungen sind das, was bewegt und interessiert 😉 und was Yoga ausmacht.

In diesem Sinne… Namaste

Hinweis

Es handelt sich hier um subjektive Gedanken und Eindrücke der Autorin, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Richtigkeit erheben. Wir leben in einer subjektiv, individuellen Welt – die absolute Wahrheit gibt es sowieso nicht.