Ashtanga Yoga

Es gibt unzählige Bücher und Webseiten, die das System und die Philosophie des Ashtanga Yoga vollumfänglich beschreiben und erklären. Einige davon findet ihr hier unter „Links“ und in meiner kleinen persönlichen Bibliothek, aus der Bücher verliehen werden. Deshalb möchte ich mich hier frei nach dem Motto, „das Rad nicht neu erfinden zu müssen“ eher kürzer fassen.

Hintergrund:
Ashtanga Yoga ist eines der vielen Yoga Systeme, die heute in der westlichen Welt weit verbreitet sind. Gemeinhin kann man sagen, dass das dynamische Ashtanga Yoga die Mutter von Hatha-Yoga-Stilen wie beispielsweise dem „Power-„, „Vinyasa-“ oder „Flow-“ Yoga ist.
Das Ashtanga Yoga selbst geht zurück auf die Yoga Korunta, deren Kopie der indische Gelehrte T. Krishnamacharya nach eigenen Angaben fand und jahrelang studierte. Direkte Schüler von ihm waren u.a einst Shri K. Pattabhi Jois und B.K.S. Iyengar. Pattabhi Jois – für viele auch nur als „Guruji“ bekannt – eröffnete 1948 ein Yoga Shala in Mysore, Indien. Im AYRI unterrichtete er die Ashtanga Yoga Tradition auch an westliche Schüler. Ab Mitte der 70-er Jahre reiste er weltweit und verbreitete mit Hilfe seiner Schüler das Ashtanga Yoga über Indiens Grenzen hinaus.

System:
Wie der Name sagt, setzt sich Ashtanga Yoga aus acht (ashtau in Sanskrit) Ästen (anga in Sanskrit) zusammen, wobei jeder Ast eine besondere Bedeutung hat. Der dritte Ast des Systems sind die „asanas“ – die Körperübungen. Im Ashtanga Yoga sind diese in festgelegte Serien gegliedert. Eine gute Darstellung findet sich hier: http://de.ashtangayoga.info/praxis/asana-vinyasa-serien/). Jeder Schüler beginnt mit dem Üben der ersten Serie. Je nach körperlichem und mentalem Fortschritt, wird der Schüler tiefer in die Serie geführt. Ist eine Serie gemeistert, wird das Üben der nächsten Serie ebenso Schritt für Schritt begonnen. Die Idee ist, dass spätere Asana auf vorangehenden aufbauen und der Körper und Geist mit jedem Schritt durch die Serie bereiter für den nächsten wird.
Signifikanter Bestandteil des Ashtanga Yoga ist das Konzept des Tristana, der Einheit aus Vinyasa, Bandha und Drishti:
Basis des Vinyasa – der gezielten Bewegung im Übungsablauf – ist ein kraftvoller und steter Atem. Vinyasa bedeutet die Vereinigung von Atem und Bewegung.
Bandha  – das Aktivieren von Energiezentren im Körper während dem Üben von Asana – fokussiert Energie und stützt die Atmung sowie die anatomische Stabilität.
Drishti – eindeutige Fokuspunkte für die Augen während des Übens – hält davon ab, dass externe Eindrücke uns vom Blick nach Innen und auf das eigene Üben ablenken.

Meine persönliche Meinung und Erfahrung:
Ashtanga Yoga ist ein körperlich und geistig forderndes und anspruchsvolles Yoga. Es lässt den Schüler eigene Grenzen erkennen aber auch überwinden! Man darf nicht erwarten, dass man Ashtanga Yoga „kann“, wenn man einmal die Woche übt. Man muss sich auf dieses System einlassen, welches traditionell an sechs Tagen in der Woche geübt wird. Dann kann man unendlich viel über sich lernen und nebenbei auch noch tolle körperliche aber auch seelische Benefits ernten.

Wie Guruji sagte: Jeder kann Ashtanga Yoga praktizieren – nur nicht die Faulen.